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SteuerungstechnikSimulation · 3 ÜbungenAdvanced – Pro

Biegevorrichtung – Pneumatik mit Zweihandbedienung

Pneumatische Biegevorrichtung mit Klemm- und Biegezylinder, Zweihandbedienung und NOT-HALT – Grundprogramm, erweitert um Zeitüberwachung und Notprogramm.

Übung 1 von 3Advanced

Grundprogramm

In der Grundstellung sind beide Zylinder eingefahren (-BG11 und -BG21 betätigt) und ein Blech liegt ein (-BG1). Dann leuchtet -P1 (Bereit).

Solange -S1 und -S2 gemeinsam gedrückt sind, läuft der Biegevorgang:

  • -MB11 fährt den Klemmzylinder -MM1 aus, bis -BG12 meldet – das Blech ist geklemmt.
  • Danach fährt -MB21 den Biegezylinder -MM2 aus, bis -BG22 meldet – das Blech ist gebogen, -P2 leuchtet.

Mit -S1 und -S3 geht es zurück: zuerst -MB22 (-MM2 fährt ein bis -BG21), dann -MB12 (-MM1 fährt ein bis -BG11).

Zweihandbedienung: Ein Tasterpaar gilt nur, wenn beide Taster innerhalb von 0,5 s gedrückt werden. Wird ein Taster losgelassen, sind alle Spulen stromlos und die Zylinder bleiben stehen (5/3-Ventile mit gesperrter Mittelstellung). Weiter geht es an derselben Stelle erst, wenn beide Taster losgelassen und erneut gemeinsam gedrückt werden.

Der NOT-HALT -S0 schaltet alle Spulen sofort ab. Die Anlage bleibt gesperrt, bis sie per Handhilfsbetätigung wieder in der Grundstellung steht – so lange blinkt -P1 mit 1 Hz. Danach startet sie auch dann nicht von selbst, wenn die Taster noch gedrückt sind.

Zum Ausprobieren

Halte -S1 eine Sekunde lang und drücke dann -S2. Was passiert – und was ist nötig, damit die Anlage startet?

Tipp

Zwei Bedingungen für die Zweihand: ein Zeitfenster ab dem ersten Taster und ein „beide los“ vor jedem neuen Befehl.

Übung 2 von 3Advanced

Zeitüberwachung

Das Grundprogramm wird erweitert: Dauert das Klemmen oder das Lösen der Klemmung länger als 3 s oder das Biegen bzw. das Zurückfahren des Biegezylinders länger als 5 s, leuchtet die Warnleuchte -P3.

-P3 erlischt erst wieder, wenn die Anlage in der Grundstellung steht. Alles andere bleibt wie im Grundprogramm.

Zum Ausprobieren

Stelle die Drossel auf 50 % und biege ein Blech. Wann geht -P3 an – und wann wieder aus?

Tipp

Für jeden Schritt läuft eine Einschaltverzögerung, solange der Schritt aktiv ist. Die Warnung muss gespeichert werden.

Übung 3 von 3Pro

Notprogramm

Übung 2 wird erweitert: Nach einem NOT-HALT wird die Anlage nicht mehr per Hand, sondern mit -S1 und -S3 in die Grundstellung gebracht.

Nach dem Entriegeln müssen -S1 und -S3 zuerst losgelassen und dann neu gemeinsam gedrückt werden (Zweihandbedingung wie im Grundprogramm). Solange beide gedrückt sind, fährt zuerst -MM2 ein, danach -MM1. Ist die Grundstellung erreicht, ist der NOT-HALT damit quittiert.

Bis zur Quittierung blinkt -P1 mit 1 Hz, ein neuer Biegevorgang ist erst danach möglich.

Zum Ausprobieren

Löse NOT-HALT beim Biegen aus, entriegle ihn und lass -S3 mitten im Zurückfahren los. Was passiert?

Tipp

Das Notprogramm ist eine kleine eigene Schrittfolge, die nur läuft, solange die Anlage gesperrt ist.

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Worum es geht

Eine pneumatische Biegevorrichtung biegt Bleche um eine Kante. Der Klemmzylinder -MM1 hält das Blech über einen Kniehebel fest, der Biegezylinder -MM2 biegt es um 90°. Beide werden über 5/3-Wegeventile mit gesperrter Mittelstellung angesteuert (-QM1, -QM2), Reedkontakte melden die Endlagen, der Materialsensor -BG1 das Blech. Bedient wird mit beiden Händen am Pult, daneben sitzen die Leuchten -P1 (Bereit), -P2 (Fertig) und -P3 (Zeit).

Bedienen

  • Taster -S1, -S2, -S3: antippen hält den Taster gedrückt, nochmals antippen lässt ihn los – so lassen sich zwei Taster gleichzeitig drücken.
  • NOT-HALT -S0: einmal tippen drückt ihn, noch einmal tippen entriegelt ihn.
  • Handhilfsbetätigung (Übung 1 und 2, nach NOT-HALT): auf eine Spule am Ventil tippen und halten.
  • Blech: auf den Tisch tippen legt ein Blech ein oder nimmt es heraus.
  • Unten: Vorführen spielt die gewählte Übung ab, Zeitlupe läuft mit einem Viertel der Geschwindigkeit, Grundstellung setzt die Anlage zurück, SPS anzeigen blendet die Ein- und Ausgänge der SPS ein. Pneumatik zeigen blendet Ventile, Schläuche und Kolben ein und aus, der Regler stellt die Drossel für das Ausfahren ein.

Gut zu wissen

Die Kennzeichnung folgt IEC 81346-2, die alte Bezeichnung steht in Klammern (-MM1 = 1A1, -BG11 = 1S1, -MB11 = 1M1). Die Zweihandbedienung schützt nur die Hände des Bedieners. Für eine echte Maschine braucht sie ein Zweihandrelais nach EN ISO 13851, die SPS allein reicht nicht. Die Simulation bildet die Bedingungen von Typ III nach: beide Taster innerhalb von 0,5 s betätigen, nach dem Loslassen eines Tasters erst nach dem Loslassen beider neu starten.

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