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Elektrische MaschinenSimulation · 6 ÜbungenBasic

Frequenzumrichter am Bedienfeld einstellen

Einen Frequenzumrichter am nachgebauten Bedienfeld Schritt für Schritt in Betrieb nehmen – von der Werkseinstellung bis zum Motor, der mit Schaltern an den Klemmen läuft.

Übung 1 von 6

Werkseinstellung

Bevor du einen gebrauchten Umrichter einstellst, setzt du ihn auf Werkseinstellung zurück. So weißt du sicher, welche Werte drinstehen.

  • Mach zuerst alle Parameter sichtbar.
  • Gib den Reset frei und löse ihn aus.
  • Bestätige am Ende die Frage nach der Netzfrequenz.

Die Liste neben dem Bedienfeld hakt ab, was erledigt ist.

Zum Ausprobieren

Schau nach dem Reset nach, welche Zugriffsstufe jetzt eingestellt ist. Was heißt das für die nächsten Übungen?

Tipp

Im Parametermenü siehst du nur so viele Parameter, wie die Zugriffsstufe P0003 erlaubt. Der Reset selbst wirkt nur, wenn vorher die richtige Inbetriebnahme-Stufe P0010 gewählt ist.

Übung 2 von 6

Motordaten

Jetzt lernt der Umrichter seinen Motor kennen (Schnellinbetriebnahme). Trag die Daten vom Typenschild ein:

  • Netz Europa, 50 Hz
  • Bemessungsspannung 400 V, Bemessungsstrom 0,85 A
  • Bemessungsleistung 0,30 kW, Leistungsfaktor 0,74
  • Bemessungsfrequenz 50 Hz, Bemessungsdrehzahl 1410 min⁻¹

Schließ die Schnellinbetriebnahme so ab, dass der Umrichter die Motordaten berechnet.

Zum Ausprobieren

Versuch, die Bemessungsspannung zu ändern, bevor die Schnellinbetriebnahme gestartet ist. Was meldet der Umrichter?

Tipp

Motordaten sind gesperrt, solange P0010 nicht auf „Schnellinbetriebnahme“ steht. Am Ende steht P0010 von selbst wieder auf 0.

Übung 3 von 6

Hand und Jog

Bevor die Klemmen eingestellt werden, wird der Motor direkt am Bedienfeld ausprobiert. Der Umrichter kennt dafür drei Betriebsarten, umgeschaltet mit M + OK (gleichzeitig drücken):

  • AUTO (kein Symbol): Die Befehle kommen von der eingestellten Befehlsquelle, später von den Klemmen.
  • HAND (Hand-Symbol): I startet, O hält an, die Pfeiltasten ändern den Sollwert, ▲ + ▼ kehrt die Drehrichtung um.
  • JOG (Hand-Symbol blinkt): Der Motor läuft nur, solange I gedrückt ist – zum Tippen, etwa beim Einrichten.

Starte den Motor im Handbetrieb, erhöhe den Sollwert auf 20 Hz, kehre die Drehrichtung um und halte ihn an. Probiere danach Jog aus und schalte zurück auf AUTO.

Zum Ausprobieren

Versuch, bei laufendem Motor auf Jog umzuschalten. Was passiert – und warum ist das sinnvoll?

Tipp

Der Sollwert im Handbetrieb steht in einem eigenen Parameter. Jog hat eigene Frequenzen und Rampen.

Übung 4 von 6

Klemmen

Der Motor soll über die Schalter an den Klemmen laufen, nicht über das Bedienfeld:

  • DI1 – Ein rechts
  • DI2 – Ein links
  • DI3 – auf die schnelle Drehzahl umschalten
  • Linkslauf muss erlaubt sein.

Der Sollwert kommt aus den Festfrequenzen.

Zum Ausprobieren

Stell zuerst die Funktion von DI1 ein und erst danach die Befehlsquelle. Was ist mit DI1 passiert?

Tipp

Ein Parameter setzt beim Ändern alle Eingangsfunktionen zurück – der gehört deshalb an den Anfang. Denk auch an die Zugriffsstufe nach dem Reset.

Übung 5 von 6

Drehzahl

Das Rührwerk an diesem Umrichter braucht zwei Drehzahlen:

  • langsam 15 Hz, sobald ein Ein-Befehl kommt
  • schnell 50 Hz, wenn DI3 dazukommt (binär gewählte Festfrequenz)
  • Höchstfrequenz 50 Hz
  • Hochlauf und Rücklauf je 3 s (bezogen auf 0 bis 50 Hz)
Zum Ausprobieren

Rechne vorher: Wie lange braucht der Umrichter von 15 Hz auf 50 Hz? Prüf es in der nächsten Übung im Diagramm.

Tipp

Die langsame Drehzahl ist keine Festfrequenz, sondern die Mindestfrequenz. Die Rampenzeit gilt immer für den ganzen Bereich von 0 bis zur Höchstfrequenz.

Übung 6 von 6

Testen

Teste die Einstellung mit den Schaltern an den Klemmen:

  1. DI1 ein – der Motor läuft rechts mit 15 Hz.
  2. DI3 dazu – er läuft auf 50 Hz hoch.
  3. DI1 aus – Rücklauf bis zum Stillstand.
  4. DI2 ein – links mit 15 Hz.

Ruf im Betrieb die Istfrequenz auf und speichere zum Schluss alle Werte, damit sie nach dem Ausschalten erhalten bleiben.

Zum Ausprobieren

Leg die Schalter um und beobachte r0722. Welche Stelle der Anzeige gehört zu DI1?

Tipp

Im Diagramm siehst du Sollwert und Istfrequenz übereinander – der Abstand dazwischen ist die Rampe.

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Worum es geht

Ein Frequenzumrichter mit Bedienfeld – Anzeige, Pfeiltasten, M, OK, I und O – treibt den Motor -MA1 (0,30 kW, 1410 min⁻¹). An den Klemmen DI1 bis DI4 liegen vier Schalter -S1 bis -S4. Die Übungen folgen der echten Inbetriebnahme: Werkseinstellung, Motordaten, ein erster Probelauf am Bedienfeld, Klemmen, Drehzahl, Testen. Jede Übung baut auf der vorigen auf. Wer direkt in eine spätere Übung springt, findet die Einstellungen der Übungen davor schon eingetragen.

Bedienen

  • M öffnet das Parametermenü und führt wieder zurück.
  • Pfeiltasten blättern durch die Parameter oder ändern einen Wert. Gedrückt halten geht schneller.
  • OK öffnet einen Parameter, bestätigt den Index in000 und übernimmt den Wert. In der Statusanzeige blättert OK durch Frequenz, Spannung, Strom und Zwischenkreisspannung.
  • I und O starten und stoppen im Handbetrieb (zweimal O: austrudeln).
  • M + OK gleichzeitig schaltet zwischen AUTO, HAND und JOG um, ▲ + ▼ gleichzeitig kehrt im Handbetrieb die Drehrichtung um. Mit der Maus geht das über die eigenen Tasten M + OK und ▲ + ▼ unten im Bedienfeld.
  • Oben in der Anzeige zeigen Symbole die Betriebsart (Hand-Symbol, blinkt bei Jog) und die Drehrichtung (Pfeil rechts bzw. links).
  • -S1 bis -S4 unten anklicken. Bekommt ein Eingang die Funktion AUS2 oder Schnellstopp, wird aus dem Schalter ein Öffner-Taster: gedrückt halten.
  • Die Liste neben dem Bedienfeld hakt ab, was in der Übung erledigt ist.
  • Grundstellung setzt das Übungsgerät auf Werkseinstellung und alle Schalter aus.

Gut zu wissen

  • Im Hand- und Jogbetrieb wirken die Schalter an den Klemmen nicht. Läuft der Motor beim Test über die Klemmen nicht an, zuerst nachsehen, ob unter der Anzeige noch das Hand-Symbol steht.
  • Viele Parameter haben einen Index. Das Gerät zeigt deshalb zuerst in000 – einmal OK, dann erscheint der Wert.
  • Werte, die mit OK übernommen sind, gelten sofort. Damit sie nach einem Netzausfall noch da sind, müssen sie gespeichert werden.
  • Ein Eingang mit der Funktion Schnellstopp ist low-aktiv: Er braucht im Betrieb ständig 24 V, also einen Öffner. Ist nichts angeschlossen, läuft der Motor nie an.
  • Die Simulation hat eine verkürzte Parameterliste. Auf einem echten Gerät können Werkswerte und Bezeichnungen abweichen – maßgeblich ist die Betriebsanleitung des Herstellers.
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